Volontär Blog Kambodscha 02 /

Unterwegs mit den Kindern!

Heute haben wir zum ersten Mal die Kinder gesehen. Sie sind nach Stung Treng gekommen, um sich den zweiten Tag des Flussfestes anzuschauen. Am frühen Nachmittag fahren wir beide zu Phallas Haus, das ich erst gar nicht im Straßengewirr wiederfinde. Dort werden wir von allen Kindern fröhlich empfangen. Sie stellen sich mit ihren Namen vor und empfangen uns herzlich.

Es dauert nicht lang bis wir gemeinsam von Phallas Haus zum Fluss aufbrechen. Um nicht so weit laufen zu müssen, fahren wir gemeinsam mit den Mopeds näher an die Promenade. Als ich meinen Motor starte und langsam wende, springen drei jüngere Kinder hinten und vorne auf die Sitze auf. So fahren wir Phalla hinterher, parken das Moped und laufen von dort an das Wasser. Momentan feiern die Menschen in Stung Treng das Ende der Regenzeit. Die ganze Stadt ist dafür an die Promenade gekommen. Die Kinder schauen sich erst etwas um, bleiben dann irgendwo an der kleinen Mauer zum Wasser stehen und schauen auf den Fluss. Heute soll dort das Finale der Bootrennen stattfinden, der Start lässt allerdings viele Stunden auf sich warten.

Ich überbrücke das Warten mit den Kindern und lerne die Aussprache einiger Khmer-Worte. Als ich mir alle Worte gemerkt habe, sind die Boote noch immer nicht gekommen. Ich überbrücke das Warten, indem ich mich umhöre: Die Geräuschkulisse ist wahnsinnig: Neben uns dröhnt ein Lautsprecher mit asiatischer Musik und hektischen Lautsprecherdurchsagen, ein Mann klingelt ohne Pause mit einer Glocke, um auf seinen Eisstand aufmerksam zu machen, Kinder schreien, Mopeds brummen und manchmal schmeißt ein Mann seine mobile Saftpresse für Bambusstäbe an. Dann schnattert der Motor ohrenbetäubend laut, während der Bambussaft in die Becher fließt. Als meine Ohren schon dröhnen, sind die Boote noch immer nicht gekommen.

Ich überbrücke das Warten mit einer kleinen Erkundungstour: Hier stehen die unterschiedlichsten Händler. Sie verkaufen Luftballons, Popcorn oder gekühlte Limonade. Ein Mann brät Reis und Nudeln, er steht in einer großen Dampfwolke und schwenkt die Pfanne über der Gasflamme. Vor vielen Ständen liegen Kokosnüsse, die frisch angeschnitten werden, damit die Leute mit Strohhalmen daraus trinken können. Inzwischen sind Stunden vergangen. Die Boote kommen immer noch nicht und keinen der Kambodschaner scheint das zu stören. Sie blicken weiter fröhlich auf das Wasser und lassen sich von der ohrenbetäubenden Musik beschallen. Auf einmal bemerke ich etwas, das mich wohl schon die letzten Tage begleitet haben muss. Überall werde ich von den Menschen angeschaut. Sie lachen, kommen auf mich zu oder sprechen auf Khmer über mich. Immer sind neugierige Augenpaare auf mich gerichtet, als großer und blonder Mensch falle ich den Menschen augenblicklich auf!

Wir beide entscheiden irgendwann zu gehen, die Boote haben wir heute nicht gesehen. Trotzdem war der Tag ein schönes Erlebnis.